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13. Bürgerehrung und 14. Neujahrsempfang am 05. Februar 2017

im Veranstaltungsraum des Schützenvereins Hagen

13. Bürgerehrung in Hagen. Geehrt wurden Manfred Borchers und die ehrenamtlichen Flüchlingshelfer

Manni

v.li. Ortsbürgermeisterin Inge Bardenhagen, Manfred Borchers und Ehefrau Marie Luise,
                                                                                                                                                             Foto K. Tietje

Am 5. Februar 2017 wurde durch die Ortsbürgermeisterin zum 13. Mal die Bürgerehrung der Ortschaft Hagen der Hansestadt Stade durchgeführt. Die Laudation wurde durch Günter Schmidt gehalten.

Geehrt wurde Manfred Borchers

Laudation für Manfred Borchers (Es gilt das gesprochene Wort)

Der Geehrte ist kein Hagener Kind und trägt ein Namen, der in Hagen sehr bekannt ist und einen guten Klang hat. Am 24.02.1979 hat er und seine Frau sein auf dem Hagener Stadtweg erworbene Haus bezogen. Besser wollte er … die Nachwehen der damaligen Schneekatastrophe haben ein wenig verhindert.

Er ist verheiratet, hat einen Sohn, eine Tochter und wohnt in „Alt-Hagen“. An Rande von „Klein Moskau“.

Über 40 Jahre war er bei NRI in Buxtehude und fungierte lange Zeit als Ausbildungsmeister für die AZUBIS (Lehrlinge). Auch nach seiner Pensionierung hat er sich bei der Ausbildung des Berufsnachwuchses engagiert. Es ist heute noch Vorsitzender des Prüfungsausschusses bei der IHK für den Beruf des „Elektroniker für Automatisierungstechnik“.

Engagement für die Ortschaft Hagen

Mitarbeit im Ortsrat der Ortschaft Hagen der Hansestadt Stade

Manfred Borchers war Mitglied im Ortsrat der Ortschaft Hagen der Hansestadt Stade. Mitglied von 1991 – 1996 und wurde bei der Kommunalwahl 2011 erneut gewählt. Er vertrat dort bis 2016 die SPD.

Mitarbeit Spiel-und Sportverein Hagen von 1975 e.V.

Manfred Borchers war von 1989 bis 1993 Pressewart im Vorstand des SSV Hagen von 1975 e.V. und fungierte gleichzeitig als Vorsitzender des Presseausschusses. Weiterhin hat er seine Ehefrau in ihrer Funktion als Pressewart unterstützt. Er fungierte dabei in der Hauptsache als der Fotograf des Pressewartes.

Er hat die Vereinsmitteilungen des SSV Hagen konzipiert und die organisatorischen Grundlagen dafür geschaffen. Auch bei der Schaffung eines gemeinsamen Terminplanes für die Vereine und Institutionen in der Ortschaft hat er entscheidende Impulse gegeben. Er stand in Presseangelegenheiten dem Vorstand auch nach Ende seiner Funktion immer mit Rat und Tat zur Verfügung.

Mitarbeit im SPD- Distrikt Hagen

Manfred Borchers ist seit 2011 Vorsitzender des SPD-Distrikt Hagen. Er hat in einer schwierigen Situation des Distriktes die Verantwortung übernommen. Nachdem es kein SPD-Distrikt in Hagen mehr gibt, ist er aber weiterhin der SPD-Ansprechpartner.

„Dorfchronist“ der Ortschaft Hagen der Hansestadt Stade

Viele Veranstaltungen in der Ortschaft begleiteter er als Pressemann und Fotograf. Er legte für viele Veranstaltungen ein Fotoarchiv an und schaffte schaffte Medien mit Fotos von den Veranstaltungen. Er pflegt auch selber noch ein Archiv über Hagen und gibt bei Anfragen die Informationen weiter. Durch seine nebenberufliche Arbeit beim Stader Tageblatt zeichnet er für viele Berichte und Reportagen aus der Ortschaft verantwortlich. Er hat so auch zum bestehenden Bekanntheitsgrad der Ortschaft entscheidend bei getragen. Sein Kürzel bei Berichten oder Fotos ist (MB).

Wie wichtig das Ehrenamt für das Gemeinwohl ist, sehe wir aus der Aufzählung der Leistungen des Geehrten. Den das Ehrenamt wird auch in unserer Ortschaft doch schon großgeschrieben. Das sieht man an der großen Zahl der unterschiedlichen Vereine und Institutionen in unser Ortschaft. Und unsere „Stadt-Bürgermeisterin“ Sylvia Nieber, hat beim Neujahrempfang der Hansestadt Stade am 25.01.2017 noch einmal sehr eindringlich darauf hingewiesen, dass ohne das Ehrenamt ein öffentlichen Leben nicht möglich ist.

Hier passt ein ehemaliger Werbespruch des DOSB:

Ehrenamt … ohne uns läuft nichts!

Mitarbeit beim NFV

Von 1994 bis 2000 Mitglied im Jugendausschuss. Aktuell Schriftführer und Pressewart im Vorstand des NFV.

Zusammenfassung

Wer es noch nicht weiß … wir ehren bei der heutigen Bürgerehrung

Manfred Borchers.

Manfred Borchers ist ein sehr vielseitig engagierter Bürger in der Ortschaft Hagen. Er setzt sich stark für die Belange der Ortschaft ein und ist immer zu einer Mitarbeit bereit. Er arbeitet zuverlässig, akribisch und auch sehr kreativ.

Er ist einer der „Stillen“ im Lande. Es geht ihm nie um den eigenen Vorteil oder um sich, sondern nur um die Sache, zum Wohle der Ortschaft Hagen und seiner Einwohner.

 

Als Gruppe wurden die etwa 50 Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe in Hagen geehrt

Flüchtlingshelfer2
Foto K. Tietje

Die Laudation wurde durch Bernhard Augustin gehalten.

Wir schaffen das!

Wohl jeder kennt diesen historischen Satz unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel im Hinblick auf den 2015 in einem ungewohnten Ausmaß entstandenen Flüchtlingsstrom nach Europa. Die Ankunft von Hunderttausenden von Flüchtlingen, insbesondere nach Deutschland, stellte unser Land vor große Herausforderungen. Ein sehr großer Anteil dieser Flüchtlinge kam aus Syrien. Ein Land im Nahen Osten, in dem seit Jahren ein Bürgerkrieg wütet, initiiert von einem Macht besessenen Despoten, ohne Rücksichtnahme auf die zivile Bevölkerung. Zerstörte Städte, großes Leid, Hoffnungslosigkeit, keine Perspektive auf ein besseres Leben. Unermesslich viele unschuldige Opfer. Der Wunsch und die Sehnsucht nach Frieden, die Hoffnung auf ein besseres Leben bewegten die Männer, Frauen und Kinder zur Flucht. Viele mussten dabei ihr Leben lassen.

Angesichts dieser Flüchtlingswelle nach Deutschland waren Länder und Kommunen verpflichtet, diese Menschen auch menschenwürdig unterzubringen. Die Verteilung erfolgte nach einem besonderen Schlüssel. So waren auch der Landkreis Stade und die Hansestadt Stade in der Pflicht. Auch für unsere Ortschaft Hagen, wie auch die weiteren Ortschaften Bützfleth, Wiepenkathen, Haddorf , war die Aufnahme von Flüchtlingen vorgesehen. Die Ankündigung für Hagen  wurde dem Ortsrat Hagen im Mai  2015 mitgeteilt. Es wurde im Ortsrat diskutiert: Wieviel Personen kommen, wo sollen die Flüchtlinge untergebracht werden. Mietwohnungen, Container, Häuser kaufen, zentral oder verteilt?   Am 17.09.2015 wurde die Hagener Bevölkerung informiert.

Es wurde in der Ortschaft diskutiert, Ängste und Vorbehalte wurden vorgetragen. Bei den meisten Hagenern war Zustimmung vorhanden, diesen Menschen zu helfen. Aber es fielen auch die Worte:

 „Die wollen wir hier nicht haben.“ Teilweise wurde ein sehr emotioneller Meinungsaustausch geführt.

In der zweiten Oktoberhälfte 2015 war es dann soweit. Ein Bus mit Flüchtlingen aus Braunschweig kam auf dem Steinbeck an. Die Unterbringung erfolgte in einer von der Stadt Stade angemieteten größeren Immobilie. Teilweise ohne Verpflegung, übermüdet und nur mit Habseligkeiten, in einer Plastiktüte verstaut, stiegen 25 Männer, 2 Frauen und drei Kinder aus dem Bus.

Einige dieser Menschen waren traumatisiert, ein Flüchtling wies Schussverletzungen auf. 

Es waren Menschen aus einer anderen Kultur, einer anderen Sprache und Religion. Über 3000 km von der Heimat entfernt. Eine Verunsicherung auf beiden Seiten war da. Wie begegnen wir diesen Menschen und wie verhalten sie sich uns gegenüber? Wie sollte die erste Sprachverständigung erfolgen? Deutsch, Englisch oder Arabisch. 

Zum Empfang der Flüchtlinge waren unser damaliger Bürgermeister Hans Blank, Ortsratsmitglied Hannes Nehring und Vertreter der Stadt Stade zugegen. Am späten Abend mussten noch Lebensmittel und einige persönliche Dinge beschafft werden sogar Windeln, ansonsten verlief die Einweisung jedoch problemlos auch die Trennung der Frauen und deren Kinder.

In den nächsten Tagen wurde Bestandsaufnahme gemacht, da der Integrationsprozess sofort nach Ankunft beginnen sollte. Wir wussten zunächst nicht, bleiben alle in Hagen oder reisen sie weiter. Es musste geregelt werden.

  • Sprache/Dolmetscher
  • Behördengänge
  • Betreuung
  • Kleidung
  • Mobilität-Fahrgelegenheiten, Fahrräder
  • Freizeit (Sport) Geselligkeit, Beschäftigung tagsüber

Schnell hat sich ein Kreis helfender Menschen um Martina Bredendiek gebildet. Martina war ab Beginn der Motor und Inititaorin der Flüchtlingshilfe. Sie war überall. Die Hagener Bevölkerung wurde aufgerufen, Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtüchter usw. zu spenden. Die Bereitschaft der Hagener war überwältigend. Auch gingen Geldspenden ein. Ich erinnere mich gut an die Berge der gespendeten Sachen in dem Carport und Hauswirtschaftsraum von Martina. Es musste nach Bedürftigkeit sortiert werden. Am besten nur kleine Konfektionsgrößen. Weiterhin wurden auch viele Sachen für den persönlichen Bedarf gebraucht. Es fehlte an vielen Dingen.

Um die Eingewöhnung zu ermöglichen, wurde die Hagener Flüchtlingshilfe auf die Beine gestellt. Hier engagieren sich zurzeit ca.
50 Hagener Bürger, sei es vorne dabei, oder eher still im Hintergrund.

Sie haben Unglaubliches geleistet, z.B.

  • Die Zeitstunden
  • Deutschunterricht zur Sprachförderung, 7-8 Lehrer konstant
  • Flüchtlingscafé und Spieleabende zum Kennenlernen in der Schule und in der Johannisscheune
  • Hilfe bei Behördengängen/Landkreis/ARGE, Dokumente bearbeitet,
  • Austausch mit der Deutschen Botschaft
  • notwendige Arztbegleitung (Fahrten), Arzttermine gemacht (Zahnarzt)
  • Wohnungssuche (Umzüge) Wer hilft, wer hat einen Anhänger?
  • Kinderbetreuung
  • Fahrradwerkstatt/Reparatur/Fahrradunterstand gebaut
  • Ausflüge
  • Flugtickets organisiert
  • Information über das deutsche Rechtssystem
  • Information über deutsche Krankenversicherung.
  • Jobsuche/Praktikumsplätze/zurzeit eine Festanstellung
  • über 300 Stunden im Jobcenter zugebracht
  • Regelmäßiges Helfertreffen, im Schnitt 17 Teilnehmer
  • Patenschaften und vieles mehr besonders der Ausflug nach Neuwerk, warum? Das Wasser war weg?

Es wurde zusammen gekocht, gelacht, getanzt und auch bei gelungener Familienzusammenführung geweint. Man hat sich aneinander zugewendet mit Empathie (Empfindungen, Gedanken und Emotionen einer anderen Person zu teilen) und Interesse.

Viele Flüchtlinge konnten nach Anerkennung durch die Behörden auch Hagen wieder verlassen. Sind in andere Städte gezogen oder haben mittlerweile in Stade Mietwohnungen bezogen.

Die Flüchtlinge waren und sind dankbar, für all die Hilfe, die ihnen zu Teil wurde. Bei verschiedenen Aktionen haben sie mitgeholfen (Müll sammeln, Gartenarbeit, Zeitung austragen und andere kleine Tätigkeiten). Weihnachten 2015 wurden sogar Rosen an Hagener Bürger verteilt.

Die uns jetzt neu zugewiesenen syrischen Flüchtlinge haben hier ein funktionierendes Hilfssystem vorgefunden.

Durch die ehrenamtliche Arbeit der Flüchtlingshilfe wird der Integrationsprozess in großartiger Weise gefördert und unterstützt. Die Flüchtlinge fühlen sich wohl in Hagen.

Ich möchte mich bei der Hagener Flüchtlingshilfe, die sich seit Ankunft der ersten Flüchtlinge mit großem Engagement um die Integration kümmert, herzlich bedanken. Es ist nie vergebens, was in dieser Weise getan wird. Der Hagener Ortsrat würdigt in höchstem Maße diese Arbeit, die auch eine vorbildliche Wirkung nach außen hat. Wir können durch eure Tätigkeit sagen „Ihr habt es geschafft“.

Die Ehrungsurkunde für die Gruppe der Flüchtlingshilfe überreicht die Ortsbürgermeisterin Inge Bardenhagen stellvertretend an

Martina Bredendiek, Sabine Dede und Robert Chromow.